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Das Geheimnis der „Roten Träne“ bei Nagern

Die „Rote Träne“ (wissenschaftliche Bezeichnung: Chromodakryorrhoe) ist keine eigenständige Erkrankung, sondern wird als Begleitsymptom unterschiedlicher Ursachen im Bereich der Kopf- und Halsregion sowie der Atemwege gewertet. Auch bei haltungsbedingtem Stress, Übergewicht (Adipositas) und Einsetzen des Alterungsprozesses kann sie auftreten. Das rotbraune, klebrige Sekret ist eine Ausscheidung der sogenannten Harderschen Drüsen, deren Funktion in Zusammenhang mit der Erkennung von Sippenangehörigen sowie dem Anbringen von Duftmarken in Verbindung gebracht wird.

In der tierärztlichen Sprechstunde werden hauptsächlich Albino- oder Farbratten, Mongolische Wüstenrennmäuse, aber auch Gerbils und Goldhamster mit Chromodakryorrhoe vorgestellt. Bei schwacher Ausprägung der „Roten Träne“ stellt man im Bereich des mittleren Augenwinkels und der Nasenöffnungen braunrote Ablagerungen fest. Je nach Grad der Sekretion kommt es zu schwer ablösbaren Verkrustungen und Verklebungen der Augenlider, gelegentlich mit Brillenbildung infolge Haarausfalls. Durch Schüttelbewegungen mit dem Kopf sieht das Fell weißer Tiere manchmal aus wie blutverspritzt. Beim Putzen, das bei entzündlichen Vorgängen im Augen-, Ohren- und Nasenbereich verstärkt vorgenommen wird, wird das fettende, klebrige Sekret mit den Vorderpfoten über die gesamte Körperoberfläche verteilt.

Die Therapie richtet sich in erster Linie nach der Grunderkrankung. Mit Abklingen der Krankheitserscheinungen normalisiert sich dann auch die Sekretionstätigkeit der Harderschen Drüsen. Zu 80 % jedoch wird diese Erkrankung durch Defizite in der Unterbringung und Pflege hervorgerufen. Hierbei entsteht ein Dauerstress, der neben einer Herabsetzung der körpereigenen Abwehr die Chromodakryorrhoe hervorrufen kann. Wichtig ist folglich eine Optimierung der Haltungsbedingungen, in der die Tiere ihren normalen Verhaltensweisen (Bewegung, Ernährung, Sozialkontakte, etc.) nachkommen können.

Chinchillas – Fütterung mit klinischen Aspekten

In freier Wildbahn ernähren sich Chinchillas hauptsächlich von Steppengräsern, Rinde, Früchten und Blättern. Die Nahrungsaufnahme findet in der Dämmerung und nachts statt. Die Chinchillanahrung muss, wie bei allen pflanzen- und blätterfressenden Tieren, einen hohen Rohfaser- und Strukturanteil haben (15-32 %).

Heu dient als Grundfutter und muss immer zur freien Verfügung stehen. Es deckt einerseits den Rohfaserbedarf, andererseits sorgt es, bedingt durch intensive Kauaktivität, für einen guten Zahnabrieb und eine ausreichende Beschäftigung. Eine alleinige Heufütterung ist jedoch nicht möglich, da der Energiegehalt zu gering ist. Gleichzeitig müssen daher Chinchilla-Pellets gefüttert werden (1-2 EL/Tag). Mischfuttermittel anderer Tierarten sind für Chinchillas dagegen ungeeignet. „Buntfutter“ für Kaninchen oder Meerschweinchen können aufgrund des hohen Stärke- und Proteinanteils bei gleichzeitig fehlender Struktur, ebenso wie Kekse, Schokolade, Joghurtdrops u.ä., zu lebensbedrohlichen Verstopfungen (Obstipationen) führen. Fettreiche Saaten und Nüsse, wie sie auch in Papageien- und Hamsterfutter enthalten sind, haben, aufgrund ihres hohen Energiegehaltes, eine Verfettung der Tiere zur Folge.

Täglich sollten geringe Mengen an Grünfutter angeboten werden, wie z.B. Kräuter, Äpfel, Möhren mit Kraut, Chicorree, Endiviensalat oder Löwenzahn.

Zur Befriedigung des Nagetriebes dienen Äste von ungespritzten Bäumen, z.B. Weide, Ahorn, Haselnuss, Apfel- oder Birnbaum. Getrocknete Äpfel und Hagebutten oder trockenes Brot können in geringen Mengen angeboten werden, um für Abwechslung zu sorgen. Frisches Trinkwasser muss stets vorhanden sein.