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Aktuelles zum Schildkröten




Panzernekrosen - Ursachen und klinisches Bild

Panzernekrosen sind sowohl bei Wasser- als auch bei Landschildkröten keine seltene Erkrankung. Unbehandelt können sie zur Blutvergiftung (Sepsis) führen oder es kann zum Durchbruch in die Körperhöhle mit tödlichem Verlauf kommen. Es handelt sich also durchaus um eine ernstzunehmende Erkrankung.

Vorwiegend sind Bakterien für die Entstehung von Panzernekrosen verantwortlich, wenn auch in manchen Fällen zusätzlich noch Pilze nachgewiesen werden können. Zu feuchter oder ungeeigneter Bodengrund bei Landschildkröten, wie z.B. stark mit Bakterien und Pilzen kontaminierte frische Komposterde oder Häckselmaterial und bei Wasserschildkröten stark mit Ausscheidungen belastetes Wasser sind oft der Auslöser für die Manifestation solcher Keime im Panzer. Auch kleinere Verletzungen wie Abschürfungen an scharfkantigen Einrichtungsgegenständen, durch rauhen und harten Bodengrund oder Wunden durch Bisse bilden Eintrittspforten für pathogene Keime. Nicht zuletzt beeinflussen schlechte Haltungsbedingungen, wie z.B. zu niedrige Haltungstemperaturen und Überbesatz die Immunabwehr negativ und begünstigen somit bakterielle Infektionen.

Erstes Symptom ist oft eine Verfärbung der Hornschilde. Sie lassen sich dann ganz leicht ablösen. In manchen Fällen tritt zwischen den oft rötlich verfärbten Hornplatten ein rötliches wässriges Sekret aus und zum Teil treten nässende Stellen auf den Hornplatten auf. Das Allgemeinbefinden der Tiere ist in der Regel ungestört. Unspezifische Symptome wie Appetitlosigkeit (Inappetenz) und Teilnahmslosigkeit (Apathie) können im fortgeschrittenen Stadium auftreten.

Panzernekrosen - Vorsorge

Landschildkröten sollten auf entsprechendem Untergrund, wie z. B. Rasen bzw. Wiese im Freigehege und im Terrarium auf ausgestochenen Rasenstücken oder auch Kokoserde gehalten werden. Der Bodengrund ist regelmäßig von Futterresten und Kot zu säubern. Die Pflege des Panzers mit (in Zoogeschäften leider immer noch erhältlichen) Ölen und Fetten ist generell zu unterlassen, da durch die fehlende Luftzufuhr Panzernekrosen begünstigt werden.

Bei Wasserschildkröten ist auf eine entsprechende Wasserqualität zu achten. Dementsprechend müssen bei Haltung in Aquarien leistungsstarke Filter, die regelmäßig gereinigt werden müssen, vorhanden sein. Zudem muss mindestens 1 x pro Woche ein Teilwasserwechsel erfolgen. Die Wasserqualität sollte regelmäßig mittels im Zoohandel erhältlicher Testsets überprüft werden. Ein trockener Landteil, auf dem alle Tiere gleichzeitig Platz haben und der neben einem Strahler auch mit UV-Licht ausgestattet ist, muss vor allem bei Schmuck- und Zierschildkröten ebenfalls vorhanden sein.