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Magendasselbefall des Pferdes

In den Monaten Juni bis September legen die weiblichen Dasselfliegen - Gasterophilus intestinalis (8-18 mm große, braune, dicht beharrte, hummelähnliche Fliegen) ihre sehr widerstandsfähigen und mit einem besonderen Haftapparat versehenen Eier (2mm lang, hellgelb) an den Haaren der Pferde ab.

Prädisponierte Stellen zur Eiablage sind die Vorderbeine, Schultern, Flanken, Nüstern und der Maulbereich. Die daraus binnen 5-10 Tagen schlüpfenden Larven 1 dringen in die Maulschleimhaut der Pferde ein. Dazu wandern sie entweder aktiv in die Maulhöhle oder gelangen beim Belecken des durch Larvenbewegungen juckenden Fells dorthin. Danach bohren sie sich in die Zunge ein und verweilen dort für 3-4 Wochen (Larvenwanderung). Schwellungen des weichen Gaumens, Entzündungen der Zunge und der Maulschleimhaut, gefolgt von Kau- und Schluckbeschwerden sind häufig die Folge. Nach dieser Reifungsphase und einer Häutung verlassen die Larven 2 die Zunge und heften sich nach dem Abschlucken durch das Pferd an ihrem eigentlichen Ansiedlungsort, dem Magen, an, wo sie zur Larve 3 heranwachsen. Larve 3, die sogenannte Magendassel oder Dassellarve, ist rötlich-braun, tonnenförmig, ca. 1,5 cm lang und mit mehreren Dornenreihen am Rumpf und kräftigen Mundhaken versehen. Mit Hilfe dieser Mundhaken bohren sich die Magendasseln tief in die Magenschleimhaut ein. Die massiven Verletzungen der Magenschleimhaut können zur chronischen Magenschleimhautentzündung (Gastritis) und zur Ausbildung von Geschwüren mit wallartigen Rändern führen. Im schlimmsten Fall kommt es sogar zum Magendurchbruch mit nachfolgender Bauchfellentzündung – es besteht akut Lebensgefahr.

Als klinisch sichtbare Symptome eines Magendasselbefalls treten Koliken, wechselnder Appetit, Durchfall, Mattigkeit und Abmagerung auf. Die Verletzung größerer Blutgefäße führt zur Blutarmut (Anämie). Besonders bei Fohlen sind Entwicklungsstörungen, Leistungsminderung, verringerte Widerstandskraft und sogar Todesfälle zu beobachten. Aber auch erwachsene Pferde können bei starkem Befall (um 1.000 Larven) durch zunehmende Kachexie (Abmagerung) an der Erkrankung sterben. Die reifen Dassellarven werden nach einem 8-10 monatigen Aufenthalt im Magen zu Beginn der warmen Jahreszeit schließlich mit dem Kot ausgeschieden. Ihre Verpuppung findet dann in den oberen Schichten des Weidebodens statt. Nach einer Puppenruhe von 3-8 Wochen schlüpfen die Dasselfliegen und beginnen unmittelbar nach der Paarung mit der Eiablage. Die Fliegen besitzen keine Mundwerkzeuge zur Nahrungsaufnahme und leben deshalb höchstens 3 Wochen, in dieser Zeit müssen sie sich paaren und ihre Eier ablegen. Abgesehen von der Gastroskopie (Magenspiegelung) stehen keine sicheren Routineverfahren zur Erkennung eines Magendasselbefalls beim Pferd zur Verfügung. Nur selten findet man Larven im Kot.

Der einzige Hinweis für einen zu erwartenden Befall mit der Magendassel sind die im Sommer und Herbst an den Haaren abgelegten Eier. Eine medikamentelle Abtötung der Larven im Verdauundstraktes des Pferdes führt zur Unterbrechung des Entwicklungszykluses und sollte in den Monaten Oktober bis Dezember erfolgen (Behandlung 4 Wochen nach dem ersten Frost, wenn keine Dasselfliegen mehr fliegen, und zum Winterende). Damit kann das Auftreten einer neuen Fliegengeneration und somit auch deren Eiablage verhindert werden. Es sollten möglichst alle Pferde im Bestand behandelt werden, um das Risiko einer Neuinfektion im folgenden Sommer deutlich zu reduzieren. Als weitere prophylaktische und unterstützende Maßnahme empfiehlt es sich, die am Haarkleid der Pferde anhaftenden Eier gründlich zu entfernen: Abwaschen der Eier aus dem Fell mit warmem Wasser mit Insektizidzusatz. Auch ein entsprechender Fliegenschutz in den Sommermonaten ist, vor allem bei Weidegang, sehr hilfreich. Besprechen sie die Behandlungsprogramme mit uns, wir werden Sie gerne beraten und Ihnen einen Therapieplan erstellen.



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